Ihre drei Highlights mit Blick auf das vergangene Jahr?
Thomas Ballast Der Start der elektronischen Patientenakte für alle, dass die TK mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Krankenversicherungen ausgezeichnet wurde und dass wir mit unserem Vorschlag für ein neues Primärversorgungssystem einen wichtigen Anstoß für eine veränderte Patientensteuerung geliefert haben.
Die Zukunft der Pflege treibt die Menschen und die Politik um. Was muss passieren, um die Pflege zukunftsfest zu machen?
Ballast Die Leistungen der Pflegeversicherung wurden in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet – das deckt sich mit den Erwartungen der Gesellschaft, kostet aber auch Geld. Die Pflege nun angesichts dieser Leistungsausweitungen und des demografischen Wandels für die Zukunft stabil aufzustellen, ist eine große Herausforderung. Ein wichtiger Einstieg wäre die konsequente Entlastung von versicherungsfremden Leistungen. Wir fordern seit langem, dass gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige aus Steuermitteln finanziert werden.
Parallel dazu gilt es, die Chancen der Digitalisierung klug zu nutzen. Digitale Prozesse vereinfachen Abläufe, verbessern die Versorgung und geben Freiraum für das, worum es in der Pflege eigentlich geht – den Menschen. Das gilt auch für uns bei der TK: Wir haben unsere Prozesse systematisch digitalisiert und stellen mit dem TK-PflegePortal einen innovativen Servicebereit, der Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen in ihrer individuellen Situation gezielte Unterstützung bietet.
„Digitale Prozesse geben Freiraum für das, worum es in der Pflege eigentlich geht – den Menschen.“
Thomas Ballast | Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der TK
Die TK hat 2025 rund 456.000 Versicherte hinzugewonnen. Wie ist es gelungen, den Kundenservice auf dem gewohnt hohen Niveau zu gewährleisten?
Ballast Unser Service ist eine unserer großen Stärken und bekommt nicht umsonst regelmäßig Top-Noten, zum Beispiel im Handelsblatt-Ranking „Beste Krankenkassen“. Wir haben in der TK unsere Prozesse frühzeitig darauf ausgerichtet, dass sie, auch wenn wir stark wachsen, einwandfrei funktionieren. Wichtige Faktoren dafür sind unsere engagierten Mitarbeitenden, unsere auf bestimmte Bereiche spezialisierten Zentren und unsere digitalen Angebote. Die Rückmeldungen dazu sind sehr positiv – rund fünf Millionen TK-Versicherte nutzen mittlerweile zum Beispiel die TK-App aktiv, um Anliegen digital zu regeln.
Als zuständiger Vorstand für Innovation und ambulante Versorgung: welches Projekt hat Sie besonders begeistert?
Ballast Die medizinische Versorgung vor Ort ist für Menschen auf dem Land ein besonders wichtiges Thema. Gerade in ländlichen Regionen werden Hausärztinnen und Hausärzte dringend benötigt. Mit DIHVA ist in Nordrhein-Westfalen ein Projekt gestartet, das die medizinische Versorgung vor Ort stärkt. DIHVA steht für Digitale Hausärztliche Versorgungsassistenz. Das Projekt der TK und des Digitalen Facharzt- und Gesundheitszentrums in Olpe setzt dabei auf eine innovative Technologie. KI-basierte Systeme leiten geschulte Assistenzkräfte – die DIHVAs – durch die Untersuchungen, um diagnostische Werte zu erfassen. Es geht nicht darum, Ärztinnen und Ärzte zu ersetzen, sondern darum, sie an geeigneter Stelle zu entlasten, schnelle Hilfe zu ermöglichen und die Arbeit bestmöglich zu verteilen. Davon profitieren alle. Wir zeigen mit dem Projekt, wie eine moderne und zukunftsfähige hausärztliche Versorgung funktionieren kann.
Thomas Ballast ist stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der TK.
Der Diplom-Volkswirt ist für die Unternehmensbereiche Service & Operations, Innovation und ambulante Versorgung sowie Versorgungssteuerung verantwortlich.